Echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum
Ein natürliches Antidepressivum
Bei leichten oder mittleren Depressionen habe ich gute Erfahrungen mit Johanniskraut gemacht. Schon im Mittelalter wurde es in Europa bei psychischen Beschwerden wie „Melancholie“ eingesetzt, aber auch gegen den Teufel, da man psychische Krankheit häufig als Besessenheit interpretierte.
Das Johanniskraut enthält den Wirkstoff „Hyperforin“, welcher sich auf fünf Neurotransmitter im Gehirn gleichzeitig auswirkt. Hyperforin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrealin, Dopamin, Gammaaminobuttersäure (GABA) sowie L-Glutamat. Alle fünf Botenstoffe können in Zusammenhang mit Depressionen stehen. Johanniskraut bewirkt grundsätzlich dasselbe wie synthetische Antidepressiva, denn es erhöht die Konzentration der Nervenbotenstoffe im Gehirn. Unterschiedliche synthetische Antidepressiva wirken sich allerdings auf unterschiedlich viele Neurotransmitter aus während Johanniskraut sich auf alle fünf oben genannten gleichzeitig auswirkt.
Johanniskraut kann also eine wirksame pflanzliche Alternative zu synthetischen Antidepressiva sein. Es braucht aber eine regelmäßig Einnahme von ein bis zwei Wochen bis man eine Wirkung bemerkt, das Johanniskraut wirkt also nicht sofort wie andere Kräuter oder Medikamente. Wenn man das Johanniskraut absetzt, lässt irgendwann die Wirkung wieder nach. In Deutschland ist Johanniskraut in Form von Tabletten, Kapseln und Tee in Drogerien und Apotheken rezeptfrei erhältlich. Ob man täglich Kapseln nimmt oder sich täglich Tee aufgießt, ist einmal eine Geschmacksfrage andererseits ist in Tabletten oder Kapseln mehr Wirkstoff enthalten als in aufgegossenem Tee. Die Frage ist also auch, ob durch die tägliche Tasse Johanniskrauttee die Wirkung erzielt wird, die benötigt wird.
Therapeuten, welche die Breußmassage anbieten, nutzen gerne das aus Johanniskraut gewonnene Rot-öl. Wenn man die gelben Johannisblüten mit den Fingern zerreibt, dann tritt ein Saft aus, der Hypericin enthält, welcher den Saft rot färbt. Deshalb wird das Johanniskraut in manchen Gegenden auch Blutkraut oder Johannisblut genannt.
Achtung:
Bei einer Wirkstoffdosis bis 1 g pro Dosis können Sie es im Drogeriemarkt kaufen. Höher dosierte Präparate gibt es nur in der Apotheke. Das liegt daran, dass die Einnahme von Johanniskraut die Wirksamkeit der Wirkstoffe anderer Medikamente herabgesetzt wird. Johannis regt in der Leber Abbauenzyme an, welche die Wirkstoffe von Medikamenten zerlegen und damit unwirksam machen. Deshalb empfehle ich die Einnahme von Johanniskraut nur, wenn keine anderen Medikamente genommen werden. Das gilt auch, wenn eine Frau „nur“ die Anitbabypille nimmt. Ich habe einmal persönlich mit einer Frau gesprochen, welche bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut und der Antibabypille ungewollt schwanger wurde.
Die Einnahme von Johanniskraut erhöht auch die Lichtempfindlichkeit der Haut. Wenn Sie Johanniskraut nehmen, sollten Sie auf den Gang auf die Sonnenbank verzichten und mindestens 2 Wochen vor dem nächsten Sonnenbankbesuch das Johanniskraut absetzen. Wenn Sie im Sommer Johanniskraut nehmen möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie einen hohen Lichtschutzfaktor benutzen und vorsichtig mit dem Sonnenbaden sein.
Achtung: Sollten Sie an schweren Depressionen leiden oder sogar Selbstmordgedanken haben, sollten Sie sich möglichst schnell professionelle Hilfe suchen.
Telefonseelsorge Deutschland: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 oder 116 123
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Carola Kriese
Heilpraktikerin mit Herz & Seele